silvanerwissen


Was die Herkunft dieser charismatischen Rebsorte betrifft, so tappte man lange im Dunkeln. Stammt sie etwa aus Transsilvanien oder aus Silvan, einer kleinen Stadt in Mittelasien? Oder lässt der Name auf eine römische Herkunft schließen? Bereits im ersten Jahrhundert nach Christus soll sie Erwähnung in der altrömischen Historia naturalis von Gaius Plinius Secundus gefunden haben. Genetische Untersuchungen haben inzwischen ergeben, dass der Silvaner – oder Sylvaner – eine Kreuzung aus Traminer und „Österreichisch Weiß“ ist. Damit scheint die Herkunft dieser Rebe aus der Alpenregion gesichert. Von dort gelangten die ersten Silvaner-Pflanzen wahrscheinlich mit den Zisterzienser Mönchen nach Franken. Urkundlich belegt ist, dass die ersten Reben in Castell gepflanzt wurden, von wo aus die Sorte sich selbstbewusst in der Region ausbreitete. Seit mehr als 350 Jahren ist der elegante Speisenbegleiter dort nun bestens etabliert: Nach Rheinhessen mit 2.350 Hektar Silvaner-Rebfläche ist Franken mit 1.435 Hektar das zweitgrößte Silvaner-Anbaugebiet in Deutschland, wo insgesamt 4.977 Hektar dieser Rebe kultiviert werden.

 

Weltweit ist die mit Silvaner bestockte Fläche etwa 8.000 Hektar groß. Und jetzt aufgepasst: Im Verhältnis zur Gesamtrebfläche hat Franken den weltweit höchsten Silvaner-Anteil, nämlich 23,6 Prozent  – und wir wagen zu behaupten, dass hier auch die besten Silvaner der Welt wachsen: Diese Sorte liebt die Besonderheiten der fränkischen Trias. Auf Muschelkalk-, Keuper- oder Sandsteinböden gedeiht die fränkische Vorzeigerebsorte auch deshalb so  besonders gut, weil die fränkischen Winzer wissen, wie man mit ihr umzugehen hat. Im Anbau ist der Silvaner nämlich eine „Diva“ und stellt sehr hohe Anforderungen an Lage, Boden und an die Hand, die ihn pflegt.


Lexikon

1. Silvaner trägt mehr als 100 Namen

 

Grüner Zierfandl, Rundblatt, Arvine, Grünfränkisch, Picardon Blanc,Sylvaner, Mishka, Mushka, Johannisberger, Grünedel, Österreicher...

 

2. Silvaner hieß früher auch mal Österreicher

 

Dank genetischer Analyseverfahren ist heute bewiesen, dass Silvaner eine Kreuzung aus Traminer und "Österreichisch Weiß" ist.  So erklärt sich auch der früher gebräuchliche Name "Österreicher".

 

3. Silvaner wird seit über 350 Jahren in Franken angebaut

 

Am 5. April 1659 wurden die ersten 25 Pflanzen der Silvanerrebe in Castell am Fuße des Schlossbergs gepflanzt.

 

4. Frankens Leitrebsorte

 

In Franken macht Silvaner über 1.200 ha der Anbaufläche aus. Die Winzer haben sich dem Erhalt dieser Rebsorte verschrieben, um sie zu erhalten. Denn langsam droht sie zu verschwinden. Was schade wäre, denn, siehe 5.

 

 

5. Silvaner ist eigentlich eine Frau

 

Sie mag nicht frieren, daher gedeiht sie nur in frostfreien Lagen.

Sie ist pflegeintesiv und möchte ihren Winzer regelmäßig sehen.

 

Sie ist fein, elegant und liebt edle Speisen - mag es aber auch deftig.

 

6. Silvaner ist pure Vielfalt und fränkische Identität

 

Silvaner kann viele Wünsche erfüllen: unkomplizierter Sommerwein,  geschmeidiger, cremiger Barriquewein, ein gut entwickeltes, elegantes und lebhaftes Grosses Gewächs oder ein intensiver lang anhaltender Edelsüßer. Die Rebsorte spiegelt perfekt sein Terroir (Boden und Klima) wieder und verbindet die erdigen Töne mit zarten fruchtigen Aromen und bekömmlicher Säure.

 

7. Franken am Äquator

 

Vor ca. 250 Mio. Jahren lag das Gebiet des heutigen Frankens in der Nähe des Äquators. Das Klima war wüstenähnlich - so entstand einer der drei wichtigsten Böden im Fränkischen Weinbau: der Buntsandstein. 

 

8. Franken vom Mittelmeer überflutet

 

ca. 10 Mio. Jahre später wurde der Landstrich vom heutigen Mittelmeer überflutet und erfreute sich an mediterranem Klima.  Das Meer zog sich zurück, das Land trockenete aus. Muscheln und andere vertrocknete Meeresbewohner blieben zurück - der zweite Boden war geboren: der Muschelkalk.

 

9. Der dritte im Bunde: der Keuper

 

Keuper bezeichnet den dritten Boden, der die Weine aus Franken prägt. Entstanden ist diese Schicht rd. 10 Mio. Jahre nach der Entstehung des Muschelkalks.Üppige Vegetation prägte die Landschaft. Wiederum der Wechsel  zwischen Überflutung und Austrockung führte dazu, dass Farne, Schachtelhalme und Meeresbewohner als Ablagerung den Keuper bildeten.


MEHR WEINWISSEN FINDEN SIE unter WWW.FRANKENWEIN-AKTUELL.DE